Bilder und Texte mit freundlicher Erlaubnis von Rainer Motte!

Bad Ems ist bekanntlich ein schönes Städtchen. Das wissen die Wegemacher natürlich auch. Den geneigten Wanderer aber kilometerlang über mehr als ein Viertel der gesamten Strecke über die Ortsstraßen (einschließlich des Vorortes Fachbach) zu führen, fand ich eindeutig zu viel des Guten. Vom Bahnhof aus kommend, darf ich also die schicke Kurpromenade, das Stadtschloß (Karlsburg), ein Klinikum, das Thermalbad, die nicht ganz so imposante Feuerwache, ein paar Hinterhöfe, eine Sportanlage und ganz allgemein die (gute) Beschaffenheit Emser und Fachbacher Asphaltbeläge kennenlernen.

 

Etappe 19 - 003
Zunächst ein mal ganz viel Bad Ems!

Endlich im freien Gelände, gelangte ich bald zu einem Kneipp-Tretbecken mit Aussichtspunkt und großem Holzkreuz. Man sieht den Fachbach gegenüberliegenden Ort Nievern. Diesen Ausblick sollte man genießen, denn es ist für lange Zeit der letzte. Es folgen meist breitere, aber nicht unangenehme Waldwege, die mal bergauf, mal bergab führen und einen auf den Vorgang des mechanischen Gehens an sich zurückführen. Die Kamera blieb arbeitslos, denn es gab nichts zum Knipsen. Ich mag Waldwege, aber wenn es Kilometer um Kilometer stur und stupide den Weg entlang geht, ohne Aussichtspunkte, ohne Abwechslung, ist doch irgendwann die Gähn-Grenze erreicht.Etappe 19 - 007

 

Holzkreuz mit Aussicht auf Nievern
Holzkreuz mit Aussicht auf Nievern

Plötzlich macht der vorher nach Südwesten führende Weg einen Knick nach Nordwesten, und Bong! Alles ist wie ausgewechselt! Die Vegetation zeigt plötzlich ein ganz anderes Bild. Und ja, es gibt Ausblick! Ich sehe vor und unter mir Lahnstein mit seinem vorgelagerten Ortsteil Friedland, ich sehe den Fluß und ich sehe in einiger Entfernung von links nach rechts Burg Lahneck, Schloß Stolzenfels am Rhein, die Klosterkirche Allerheiligenberg und auf der anderen Rheinseite den markanten Fernmeldeturm auf dem Kühkopf. Ein toller Blick, den ich lange genießen kann, denn über mehrere hundert Meter bietet der Weg immer wieder neue Ausblicke.

Etwas weiter talwärts gelangte ich zum oberen Ende der Ruppertsklamm mit Schutzhütte. Bis ins Tal laufen nunmehr der Lahnwanderweg und der Rheinsteig auf gleichem Pfad. Die Ruppertsklamm ist natürlich das Highlight der Etappe. 3x war ich sie schon gegangen, allerdings bergauf. Bergab muß man aufgrund der glitschigen Steine ziemlich aufpassen und sollte die großzügig angebrachten Seile zum Festhalten auch in Anspruch nehmen.

Im Tal trennen sich Rheinsteig und Lahnwanderweg wieder. Ich folgte zunächst der Bahnlinie (mit schönem Blick auf Burg Lahneck), um dann am Ufer der Lahn zu deren Mündung in den Rhein zu gelangen. Natürlich ist dieser letzte Teil des Weges durch Hartbelag gekennzeichnet. Ein Stückchen noch am Rhein entlang, dann gelange ich zum Restaurant „Rheinterrasse“, wo mir eine Portion vorgesetzt wird, die für eine Großfamilie ausgereicht hätte. Gut, daß der Weg zum Auto, das am Bahnhof Niederlahnstein geparkt ist, nur ein sehr kurzer ist.

Burg Lahneck
Burg Lahneck

Fazit: 16,8 km, 400 Hm, ein erheblicher Anteil an Hartbelägen, ein ebenso erheblicher Anteil an Waldwegen der langweiligeren Sorte. Da fällt es schwer, eine Empfehlung auszusprechen. Auf der Haben-Seite stehen ein kurzer Abschnitt mit tollem Ausblick auf Lahnstein und natürlich die Ruppertsklamm. Ehrlich gesagt, finde ich die Klamm aber auf einer Rheinsteig-Wanderung (vorzugsweise in Braubach beginnend) besser aufgehoben. Bad Ems und auch die Lahn- und Rhein-Uferpromenaden in Lahnstein sind natürlich schon hübsch, keine Frage.

Insgesamt hat sich das Projekt Lahnwanderweg für mich sehr gelohnt. Ich habe viele schöne Orte gesehen, tolle Eindrücke gesammelt und konnte auf den Etappen 17 und 18 Wanderungen der Spitzenklasse mit hohem Suchtfaktor genießen!

Mein Dank gilt Wanderfreund Rainer, der diese Etappe so treffend beschrieben hat und der mir erlaubt hat, seine Erlebnisse auf den Etappen 16 bis 19 hier zu veröffentlichen!

 

Lahnwanderweg Etappe 19: Bad Ems – Niederlahnstein
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