Ein Balkonkraftwerk, bringt das was? Auf der Suche nach Informationen bin ich auf folgenden interessanten Blogbeitrag gestoßen: Balkonkraftwerk – so viel Geld habe ich gespart. Die Leistung von Photovoltaik hängt allerdings sehr vom Standort ab. Ich habe nun mal experimentiert und schreibe seit September 2023 ebenfalls den monatlichen Ertrag meines Balkonkraftwerkes auf. Das steht, bzw. hängt, in Mittelhessen, also quasi mitten in Deutschland. Ich wollte einfach mal wissen, was so ein Steckersolargerät denn wirklich bringt.

Balkonkraftwerk Modul
Was bringt ein Balkonkraftwerk? Ich hab´s probiert…

Mein Balkonkraftwerk habe ich in 2023 von Solakon für etwas über 600 Euro gekauft, mittlerweile bekommt man es, zum Beispiel bei amazon* deutlich billiger. Ich hatte die Version mit 10m Kabel und Balkonhalterung gewählt. Generell muss man sagen, dass die Preise für Balkonkraftwerke momentan im Sinkflug zu sein scheinen. Die Auswahl bei amazon* ist unüberschaubar. Solltet Ihr eins kaufen, beachtet bitte die Gesetzesänderungen, die eigentlich schon Ende 2023 beschlossen werden sollten. Die Abstimmung wurde allerdings verschoben. Näheres dazu am Ende dieses Artikels.

Welchen Ertrag habe ich nun in den vergangenen 6 Monaten mit dem Balkonkraftwerk erzielt?

Ich muss vorweg schicken, dass die zu meinem Balkonkraftwerk gehörende App nicht immer zuverlässig funktioniert. Teilweise wird die am Tag produzierte Leistung einfach am Abend wieder auf Null gesetzt, so dass ich manchmal ein klein wenig geschätzt habe. Allerdings habe ich das sorgfältig gemacht und so denke ich, dass die entstandene Diskrepanz unerheblich ist. Nun zu den einzelnen Monaten:

  • September 2023: 67,68 kWh – täglicher Ø 2,42 kWh – Toptageswert 3,10 kWh – Tageslänge Ø 12:35 h
  • Oktober 2023: 40,21 kWh – täglicher Ø 1,3 kWh – Toptageswert 2,65 kWh – Tageslänge Ø 10:41 h
  • November 2023: 20,27 kWh – täglicher Ø 0,68 kWh – Toptageswert 2,17 kWh – Tageslänge Ø 8:59 h
  • Dezember 2023: 13,14 kWh – täglicher Ø 0,42 kWh – Toptageswert 1,62 kWh – Tageslänge Ø 8:06 h

Somit hat mein Balkonkraftwerk in den 4 Monaten im Jahr 2023 insgesamt 141,48 kWh produziert. Bei meinem Stromtarif zahle ich 0,3552 € für die kWh. In 2023 hätte ich damit also 50,25 € gespart. Die Betonung hierbei liegt auf “hätte”, denn für den von einem Balkonkraftwerk erzeugten Strom bekommt man keinerlei Einspeisevergütung. Man spart also nur, was man wirklich selbst verbraucht. Den Rest verschenkt man “ans Netz”. Einige Spartipps und Erfahrungen gebe ich ebenfalls später im Artikel. Auch interessant: mit den in vier Monaten produzierten 141,48 kWh könnte ich mit unserem E-Auto (Durchschnittsverbrauch 18,6 kWh/100km) ca. 760 Kilometer weit fahren. Und das quasi für lau!

Für 2024 habe ich mir vorgenommen, diesen Artikel monatlich mit den aktuellen Werten zu aktualisieren. Der Februar war total verregnet. Aber die letzten Tage haben nochmal einiges wettgemacht. Und so konnte ich sogar den guten Wert des Januars 2024 sogar toppen, obwohl der Februar ja zwei Tage weniger hatte. Und im März bleibt es dann ja nochmals deutlich länger hell. Ich bin gespannt!

  • Januar 2024: 28,91 kWh – täglicher Ø 0,93 kWh – Toptageswert 2,74 kWh – Tageslänge Ø 8:34 h
  • Februar 2024: 32,83 kWh – täglicher Ø 1,13 kWh – Toptageswert 3,23 kWh – Tageslänge Ø 10,05 h
  • März 2024: ? kWh – täglicher Ø ? kWh – Toptageswert ? kWh – Tageslänge Ø 11,00 h

Insgesamt hat mein Steckersolargerät also in den 6 Monaten in den Jahren 2023 und 2024 203,02 kWh erzeugt. Bei einem Strompreis von 0,3552 € für die kWh hätte ich damit also 72,18 € gespart. Hier auch wieder die Einschränkung “hätte”, denn den nicht selbst verbrauchten Strom verschenkt man ans Netz. Unser E-Auto? Mit den in den 6 Monaten produzierten 203,02 kWh könnten wir mit unserem E-Auto (Durchschnittsverbrauch 18,6 kWh/100km) ca. 1094 Kilometer weit fahren. Schon alleine daran kann man ablesen: ja, so ein Steckersolargerät bringt was! Bislang habe ich schon 11,38 % des Anschaffungspreises hereingeholt.

Balkonkraftwerk – Spartipps und Erfahrungen

Doch nun zu den angekündigten Tipps. Maßgeblich für den Ertrag eines Balkonkraftwerkes ist natürlich die Ausrichtung. Und das beste wäre es, beide Module nach Süden auszurichten. Bei mir klappt das aufgrund der Lage des Hauses nicht ganz. Ich habe ein Modul nach Süden und das zweite nach Westen ausgerichtet, was aber auch sehr gut funktioniert. Verschattung habe ich glücklicherweise ab Mittag so gut wie keine.

Da die Einspeisung des von einem steckerfertigen Balkonkraftwerk nicht vergütet wird, ist der Eigenverbrauch des produzierten Stroms anzustreben. Deshalb sollte man große Verbraucher, wie z.B. eine Wasch- oder Spülmaschine, am besten bei Sonnenschein anwerfen. Speicher für Balkonkraftwerke* werden auch immer günstiger, eventuell macht es also sogar Sinn, sich einen solchen anzuschaffen. Mit einem solchen Speicher, müsste man den nicht verbrauchten Strom nicht verschenken, sondern könnte ihn etwas länger selbst nutzen. Durch den Preis eines Speichers verlängert sich natürlich die Zeit, in der sich ein Balkonkraftwerk amortisiert.

Ach ja, wie ich erwähnt habe ist meine App zur Ertragsmessung nicht immer zuverlässig. Also habe ich auch über eine Möglichkeit zur genaueren Messung der Stromproduktion nachgedacht. Für Besitzer einer Fritz!Box* bietet sich als optimale Lösung die AVM Fritz!DECT 210* an. Diese soll sehr zuverlässig funktionieren und da sie über DECT mit dem Router verbunden wird ist die Reichweite sehr gut. Natürlich gibt es im Fachhandel eine Reihe anderer geeigneter Steckdosen* für Balkonkraftwerke.

Balkonkraftwerk an Balkon aufgehängt
Nicht optimal ausgerichtet aber dennoch – linkes Modul gen Westen, rechtes gen Osten

Geplante Erleichterung für Balkonkraftwerke

Der Wechselrichter meines Balkonkraftwerkes wird vom Hersteller automatisch auf eine Spitzenleistung von 800 W upgegradet. Beim Kauf eines Balkonkraftwerkes sollte man unbedingt darauf achten, dass dies möglich ist. Denn die Erhöhung der Leistung von 600 W auf 800 W sollte eigentlich schon Ende 2023 zum 01.01.2024 beschlossen werden. Die Abstimmung der Regierung zur Änderung steht allerdings immer noch aus und steht scheinbar erst ab März 2024 auf der Agenda des Bundestages. Auch die Anmeldung beim Netzbetreiber sollte mit der neuen Regelung entfallen, so dass man dann sein Stecker-Solargerät nur noch bei der Bundesnetzagentur anmelden müsste. Ich bin selbst sehr gespannt, werde mal “Ohr an Masse” halten und Euch hier weiter informieren. Also dann: Enjoy the sun!

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6 Monate Balkonkraftwerk – bringt das wirklich was?
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